Mittwoch, 26. April 2017

Lissabon Tag 2

Am zweiten Tag in Lissabon, es war der Ostersamstag, haben wir einen echten Sightseeing Marathon hingelegt. Wir haben mit dem *Torre de Belém* angefangen, die liegt ganz im Westen der Stadt und ist am schnellsten mit der Regionalbahn zu erreichen. Doch das wussten wir nicht und sind mit dem Bus bis dorthin gefahren und das war echt anstrengend. Der Bus war zum bersten voll, und es war sehr heiß im Bus. Die Fahrt dauerte an sich nicht lange, aber mit der Regionalbahn ab *Cais do Sodré* wären wir schneller da gewesen. Wie auch immer. 

Als wir vom Bus ausstiegen, haben wir schon das Monument *Padrao dos Descobrimentos* sehen können. Diesen Monument ist als Andenken an die vielen Entdecker gewidmet, die Portugal hervorgebracht hat. An der Spitze steht Prinz Heinrich und dahinter reihen sich dicht gedrängt wichtige Persönlichkeiten jener Zeit :  Kapitäne, Könige, Astronomen, Kartografen und Schriftsteller.





Einpaar Schritte weiter waren wir auch schon am Ziel. Am *Torre de Belém*. Dieser wunderschöner Wehrturm erinnert an die Zeit, als die portugisischen Entdecker von hier aus in See stachen.



Dieser Turm ist wunderschön anzusehen. Wie ich gelesen habe, ist sie im manuelinischen Stil erbaut worden, sowie viele andere Sehenswürdigkeiten in Lissabon auch.

Die Manuelinik ist der früheste portugiesische Kolonialstil, und kann als eine Sonderform der Spätgotik angesehen werden, die um spanische, italienische, flämische Stilelemente sowie um maritime Ornamente (wie Schiffstauwerk) erweitert wurde. Inspiriert wurde sie durch die Reisen der Seefahrer Vasco da Gama und Pedro Alvares Cabral, deren Entdeckungen und Eroberungen Portugal seinerzeit einen besonderen Reichtum bescherten. Damit ähnelt der Stil dem Wesen nach anderen manieristisch anmutenden Stilen der ausgehenden Gotik (wie Flamboyant in Frankreich und England). Der Manuelinische Stil lebt in den Verzierungen der portugiesischen, spanischen, mexikanischen und kolonialen indischen Kunst weiter, die er beeinflusst hat. (Wikipedia).




Nachdem  wir beide Bauwerke ausreichend gesehen und fotografiert haben ging es weiter. Und zwar Richtung MAAT Museum (Museum of Art, Architecture and Technology), die lag auch auf unserer Strecke und war zu Fuß in einpaar Minuten zu erreichen. Mich hat die Architektur des MAAT Museums angesprochen. 





Sie fügt sich wie eine Welle in ihre Umgebung ein und ist in keinsterweise aufdringlich wie manch andere Museen. Das Dach ist begehbar und und die Fassade mit ihren 15.000 Kacheln reflektiert die Umgebung. Auch hier haben wir lange verweilt. Über eine Rampe sind wir auf das Dach des Museums gestiegen, und haben das Panorama genossen.

Nach einer kleinen Verstärkung in einem Cafe direkt an der Promenade mit einem Superblick auf die beiden Sehenswürdigkeiten, die wir noch im Visier hatten, ging es weiter. 

   

Unser nächstes Ziel war die Jesus Statue.

Die *Cristo Rei* wie sie hier genannt wird, lag auf der anderen Seite des Flusses, also nicht mehr in Lissabon, sondern in Almada. Es gab mehrere Verbindungen dorthin, Fähre oder Bus. Wegen Zeitersparniss haben wir einen Taxi genommen, und das war echt eine tolle Entscheidung, weil die Taxis sind überhaupt nicht teuer. Wir haben 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weil über die Brücke des 25 April (Ponte 25 De Abril) wollten wir sowieso sehr gerne rüber fahren und es war die bequemste Art um zu der Jesus Statue zu gelangen.

Bezahlt haben wir nur 20 Euro (eigentlich 14,50 Euro plus 1,70 Euro für die Brückenmaut und Trinkgeld). 

 
Die Cristo Rei (Jesus Statue) ist in Lissabon von überall zu sehen. Mit geöffneten Armen ist die Statue auf die Stadt Lissabon zugewendet Sie ist auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Tejo. Die Statue ist 28 Meter hoch und somit die siebthöchste Christusstatue der Welt. 




Wir haben sehr lange auf dieser Anhöhe gestanden und die Umgebung beobachtet. Man hat von hier  einen wunderbaren Ausblick über  Lissabon und über die Brücke des 25. April, die dem Golden Gate Bridge in San Francisco ähnelt. Sie ist auch von der gleichen Firma gebaut worden, der American Bridge Company und sogar der Stahl wurde aus Amerika imporiert.




Die Bauarbeiten begannen 1962 und waren 1966 beendet. Am Anfang hieß sie die *Salazar Brücke*, doch nach der Nelkenrevolution am 25. April 1974 wurde sie umbenannt.

Die Ponte 25 de Abril (deutsch: Brücke des 25. April) ist ein 3,2 Kilometer langer Brückenzug in Portugal mit einer 2278 Meter langen Hängebrücke über den Tejo. Sie ist weltweit, die drittlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie verbindet in Nord-Süd-Richtung den Lissabonner Stadtteil Alcantara mit der Stadt Almada. Über die Brücke führt in sechs Spuren die Autobahn. Unter den Einheimischen wird sie schlicht Ponte genannt.


Nachdem wir noch eine Stunde unter einem Olivenbaum zu Füssen Jesus gelegen und uns ausgeruht haben, sind wir wieder Richtung Lissabon aufgebrochen.

  
Diesmal haben wir den Bus genommen, der von der Statue direkt zum Fährterminal fährt. Zu unserem Glück fuhr die Fähre gleich nach dem Einsteigen los und wir waren in einer halben Stunde wieder da wo wir unseren Tag begonnen haben, in *Cais do Sodré*, der wichtigsten Zug-, Fähr- und Metrostation.



Von dort ging es direkt weiter in die Gassen von Bairro Alto.

In den Gassen gab es viele kleine Läden, die ich unter normalen Umständen alle nacheinander abergeklappert hätte, aber ich brauchte etwas süßes und einen Kaffee wollte ich auch trinken. Es gibt zwar den ganz berühmten Bäcker, der die berühmten Pasta de Nata herstellt, aber um den zu suchen hatten wir keine Lust, deshalb sind wir in die nächste Cafeteria rein gegangen und die köstlichen *Vaniliepuddingtörtchen* probiert.


Die haben köstlich geschmeckt. Ich kann es nur empfehlen, wenn ihr in Lissabon seid, dann unbedingt diese leckeren Törtchen probieren.

Dann ging es weiter, aber diesmal ohne Ziel. Einfach nur die Straßen entlang, die Häuser anschauen, deren Fassaden mit Kacheln gefliest waren, den Straßenbahnen ausweichen...




 ...und plötzlich standen wir vor diesen Treppen.



Wir liefen diese Treppen langsam schlendernd runter und haben dann diesen Ausblick.



Im nachhinein habe ich festgestellt, dass wir von der Oberstadt Baixa in die Unterstadt Chiado runter gelaufen sind.



Hier war einer der berühmten Plätze in Lissabon, der Praca de Dom Pedro IV, doch die Lissabonner nennen diesen Platz den *Rossio*.

Dieser Platz war ein zentraler Treffpunkt, hier gab es Cafes, Restaurants, einen wunderschönen Metro Eingang, Terrassencafes, Geschäfte etc.

In einem Geschäft gab es Sardinendosen mit verschiedenen Jahreszahlen und den wichtigsten Weltereignissen. Das war der Hit bei den Touristen, es wurden Mitbringsel in den jeweiligen Geburtsjahren der Liebsten gekauft. Ich fand,  es eine geniale Geschäftsidee!!!



Noch einpaar Fotos gemacht, bevor die Dämmerung hereinbrach.



Gegessen haben wir in einem zufällig gefundenen, typisch portugisischem Lokal mit einheimischer Küchen.  Es gab Stockfisch mit Kartoffeln in Olivenöl mit Salat. Leider habe ich die Vorspeise nicht fotografiert, ist mir eingefallen, als ich es schon verputzt hatte :)

Jedenfalls gab es eine riesen Krokette mit Käse, Brot und Oliven- genau mein Geschmack. Vorspeisen kommen in Portugal ungefragt an den Tisch und werden dann auch extra berechnet. Wer es nicht möchte kann es abbestellen.




Nach dem Essen haben wir zur Verdauung den gleichen Weg zurück genommen, aber nicht über die Treppen sondern sind die steilen Seitenstraßen hoch gelaufen.

Das war ein sehr anstrengender Tag. Im Hotel angekommen haben wir erstmal die Füße hochgelegt.

Unser dritter Tag in Lissabon war sehr entspannt. Wir waren in Cascais, am Atlantik. Doch davon erzähle ich in der nächsten Post.

Ich hoffe es war nicht langweilig, alles Gute








Freitag, 21. April 2017

Lissabon Tag 1

Karfreitag früh Morgens ging unsere Reise los. Der Flug hat 3 Std. 25 Min. gedauert und als wir über Lissabon flogen, haben wir einen Vorgeschmack auf die hügelige Stadt bekommen.





Kurz nach 10 Uhr waren wir schon in unserem Hotel und mussten erst mal bis 12 Uhr warten, weil es noch zu früh zum Check In war. Also haben wir unsere Koffer dort deponiert uns uns in der nahen Umgebung umgeschaut. Zu unserem Erstaunen waren in einem Einkaufszentrum sehr viele Geschäfte geöffnet. Wenn ich bedenke, dass in Hamburg am Karfreitag alles Leben still steht, hat uns Portugal angenehm überrascht. Wir haben in aller Ruhe einen Kaffee getrunken und uns dann wieder zum Hotel begeben.

Unser erster Tag in Lissabon war schon deshalb so angenehm, weil der Sommer schon in der Stadt war. Es war sonnig, warm bei 24°C !!!. Schnell wurden die warmen Sachen ausgezogen und rein in die sommerlichen Kleider. Zuerst wollten wir uns einen Überblick verschaffen, deshalb wollten wir mir der (bei den Touristen) sehr beliebten Straßenbahn Nr. 28 einmal quer durch die ganze Stadt fahren. Als wir an der Haltestelle Maritim Moniz ankamen, war die Ernüchterung groß, weil die Schlange für die Tram 28  sehr lang war! Trotzdem haben wir gewartet und nach ca. 45 Minuten kamen wir auch dran. 



Die Fahrt mit der Straßenbahn war wirklich ein highlight unserer Reise! Sie fährt mitten durch die Altstadt und man bekommt schon mal einen ersten Eindruck, wie die Portugiesen so sind, nämlich sie sind sehr geduldig und relaxt! Also in Lissabon möchte ich selber weder Auto; noch Straßenbahn fahren, weil die Straßen sind sehr eng und hügelig. Es geht bergauf und bergab, hinzukommen die vielen Menschen und Autos, sodas man wirklich viel Geduld und Geschick mitbringen muss.


  
Wir fuhren bis zur Endstation und auf dem Rückweg sind wir unterwegs  ausgestiegen und haben uns zu Fuß die Sehenswürdigkeiten angeschaut.

Ich hatte mir wieder eine Liste gemacht, über die Sehenswürdigkeiten, die ich unbedingt sehen wollte, die da wären :

1. Mit der Tram 28 fahren
2. Cristo Rei und die Brücke überqueren
3. Maat Museeum
4. Aufzug Santa Justa
5. Torre de Belem

Wir standen plötzlich vor dem Aufzug (Elevador de Santa Justa) und waren gar nicht überrascht, dass wieder eine riesen Schlange davor sich versammelt hatte. Schließlich klappern alle Touristen die gleichen Sehenswürdigkeiten ab. Auch hier haben wir uns angestellt und fast eine Stunde gewartet, bis wir dran kamen. 



Nätürlich hat sich das Warten auch hier gelohnt. Die Aussicht vom oberen Plattform über die Stadt ist grandios. 

 





In Lissabon gibt es eine Unter- und eine Oberstadt. Aufzüge bringen die Anwohner und auch die Touristen bequem nach oben und wieder nach unten.

Beim *Elevador de Santa Justa*, die ein Schüler von Gustav Eiffel 1902 erbaut hat, werden die Stadtteile Baixa mit dem höher gelegenem Stadtteil Chiado verbunden.



Wir waren total überwältigt von so viel Eindrücken und mussten uns erstmal stärken :)

In Lissabon gibt es in fast jeder Straßenecke einen Restaurant oder einen Cafe. Ich hatte mir vorgenommen, unbedingt den berühmten Stockfisch (Bacalhau) zu probieren, weil der gehört zu den Nationalgerichten der Portugiesen und es soll sogar 365 verschiedene Rezepte geben, für jeden Tag des Jahres einen anderen. Ich habe auch die eingelegten Sardinen probiert, die waren auch sehr lecker.



Nachdem Essen haben wir uns noch auf dem Palastplatz  (Praca do comerico/Terreiro do paco) aufgehalten, die Fähren auf dem Tejo beobachtet und dann sind wir Richtung Hotel aufgebrochen.

Das untere Foto zeigt die Flaniermeile Rua Augusta


Unser zweiter Tag in Lissabon war genauso voll mit Besichtigungen und Sehenswürdigkeiten, und  ich wundere mich im nachhinein, wie wir alles geschafft haben. Aber davon erzähle ich euch in der nächsten Post. Bis bald und ein schönes Wochenende.